Mai 19 2011

ESC 2011 – Ich war dabei (Erlebnisbericht)

Einmal dabei sein. Einmal die Teilnehmer im Finale live sehen. Einmal die Stimmung beim Eurovsion Song Contest hautnah miterleben. Das war mein Wunsch und er ging in Erfüllung.

Mit zwei Freundinnen habe ich im Nachgang über die sogenannte Warteliste doch noch Karten für das Finale in Düsseldorf bekommen. Block 156, also weiter hinten und weiter oben. An eine Unterkunft vor Ort in Düsseldorf war gar nicht mehr zu denken. Was war die Alternative? Da kam der Vorschlag von „die Nacht halt durchmachen“. Puh, halten wir das durch? Können wir das noch mit über 30? Es gab keine Alternative. Also: Ja, klar können wir das noch! Düsseldorf wir kommen!

Am 14.05.2011 war es dann soweit. Erstmal ausschlafen und damit Energie für den Abend und die Nacht sammeln. Ganz aufgeregt malte ich noch die letzten Buchstaben des Banners aus, das wir mitnehmen wollten. Die Botschaft recht einfach: Greetings from Hannover.
Warum so simpel? Das lag am Platzmangel! All die anderen Vorschläge waren zu lang. Ebenso durfte die Deutschlandfahne nicht fehlen.

Um 15.32 Uhr fuhr der Zug ab Hannover los. Und umso näher diese Uhrzeit rückte, umso aufgeregter wurde ich und machte damit alle ganz verrückt. Im Zug wurde ich ein wenig ruhiger.

Angekommen in Düsseldorf am Hauptbahnhof hieß es erst noch schnell was essen, eine Grundlage für die lange Nacht schaffen. Am Bahnhof erkannten wir bereits viele weitere ESC-Fans. Die richtige Bahn fanden wir im Nu, mussten kaum warten und fuhren zur Esprit Arena.

Vor der Esprit Arena in Düsseldorf trafen wir sogar noch einen alten Freund, den wir lange nicht mehr gesehen hatten, mit Begleitung. Beide hatten bereits einen Tag zuvor das Jury-Finale gesehen.

Mit großer Spannung suchten wir unseren Block und die Sitzplätze. Dafür brauchten wir auch nur drei Anläufe, aber ab dann fanden wir unsere Sitzplätze auch mit verbundenen Augen wieder.
Weit oben saßen wir und hatten damit einen Blick über die gesamte Arena. Nah über uns zwei große LED-Leinwände, darunter nochmals mehrere. Und natürlich nicht zu vergessen: die riesige LED-Leinwand der Bühne. Damit geriet die Bühne fast ins Hintertreffen.
Das war beeindruckend.

Mit Getränken ausgestattet, saßen wir ab 20.30 Uhr auf unseren Plätzen und warteten auf die Eröffnung. Punkt 21 Uhr war es dann soweit. Auch in der Arena wurde erstmal die Hymne des Eurovision Song Contest gespielt.

Anke Engelke, Stefan Raab und Judith Rakers als Moderatoren waren unterhaltsam und machten ihre Sache gut, wobei Anke Engelke heraus stach mit ihrer witzigen und charmanten Art.

Die Eröffnung mit dem Siegerlied „Satellite“ des letzen Jahres, das Stefan Raab in seiner eigenen Version vortrug, war gelungen. Das Special der vielen Lenas, aus der die wahre Lena doch noch hervortrat, kam als Überraschung jedoch bei mir dort oben verzögert an. Musste ich doch erst auf die LED-Leinwand gucken, um Lena eindeutig zu erkennen. Ohne die Leinwand hätte man mir auch ein Double von Lena unterschieben können, denn gesanglich kam in dem Fall eher wenig an.

Kati Wolf aus Ungarn mit dem eingängigen Song ‚What About My Dreams’ brachte die Arena zum toben. Um mich herum stand fast das gesamte Publikum, klatschte mit und jubelte. Bei dem Song kommt aber auch einfach super Stimmung auf. Das Publikum in der Arena war demnach begeistert von dem Song. Das Publikum vor den Bildschirmen teilte die Begeisterung wohl nicht in gleicher Weise, wie die Punktevergabe zeigte. Das fand ich schade, Kati hätte einen weit besseren Platz verdient gehabt!

Gänsehautfeeling verspürte ich bei Lenas Auftritt, nicht alleine des Songs willen, sondern wegen der unglaublich großartigen Atmosphäre in der Arena. Das Publikum (mich eingeschlossen) jubelte zeitweise so laut, dass ich den Gesang nicht mehr wirklich vernahm.

Ein Danke an Lena für den Auftritt und dieses verschmitzte Lächeln am Ende ihres Songs. Süß. Mein Favorit war Taken by a Stranger jedoch nicht, auch wenn ich für sie hätte abstimmen dürfen.

Bei dem Auftritt Moldawiens flogen die spitzen Hüte nur so auf der riesigen LED-Leinwand, während die Band Zdob si Zdub den Song „So Lucky“ performte. Flash pur und ein Song der Spaß macht. Ebenso geflasht wurde ich durch den Song aus Serbien „Caroban“, gesungen von Nina. Plötzlich spürte ich mich in eine andere Zeit versetzt, wahrscheinlich durch die vielen Kreise auf der LED-Leinwand.

Immer wieder schaute ich mich während der Songs um und sah die vielen verschiedenen Nationalflaggen, die nicht nur zum jeweiligen Land geschwenkt wurden, sondern bei allen Songs, die anscheinend gefielen. Schön, wie ein solches Event doch viele Nationen sprichwörtlich unter ein Dach bringen kann und die Menschen gemeinsam feiern lässt!

Und wäre ich ein Teil der Jury gewesen, hätte mein Voting wie folgt gelautet:
• 12 Punkte für Österreich, Nadine Beiler mit The Secret is Love – eine Wahnsinnsstimme
(da bin ich also einig mit der Entscheidung bzw. Punktvergabe)
• 10 Punkte für Ungarn, Kati Wolf mit What About My Dreams
• 8 Punkte für Finnland, dem sympathischem Paradise Oskar mit Da Da Dam
• 7 Punkte für Moldawien
• 6 Punkte für Dänemark (auch hier Übereinstimmung mit der Punktvergabe)
• 5 Punkte für Georgien
• 4 Punkte für Spanien
• 3 Punkte für Slowenien
• 2 Punkte für Serbien
• 1 Punkt für die Schweiz

Ach übrigens, unser Zug ging um 5.52 Uhr zurück. Bis dahin haben wir noch gegessen, getrunken und natürlich noch auf einer der vielen ESC-Partys gefeiert. Ja, tatsächlich haben wir die Nacht durchgemacht und gut durchgehalten. An dieser Stelle grüße ich meine Mädels, die mit mir unterwegs waren: Es war klasse! Danke, dass ihr die Nacht durchgehalten habt!

Der Eurovision Song Contest 2011 wird mir unvergesslich bleiben!


Mrz 10 2011

Das Leuchtfeuer des Leuchtturmes Wustrow

Nicht lange her ist es, da war ich auf Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee. Zu einer kalten Jahreszeit an die Ostsee fahren mag für manch einen nun merkwürdig erscheinen, doch auch im Winter hat die Ostsee ihren Charme.

Ein Spaziergang entlang des Strands, der mal nicht mit Touristen überfüllt ist – warm eingepackt natürlich – ist einfach herrlich und kann ich nur empfehlen. Außerdem finden sich im Winter am Ostseestrand schöne Motive zum Fotografieren.

Ein besonderes Erlebnis war für mich die Entdeckung eines kleinen Leuchtturmes in Wustrow, der auf einer Scheune steht. Als Leuchtturmliebhaberin habe ich dementsprechend viele Leuchtturmbücher zu Hause und bin eigentlich über die Leuchttürme an der Küste Deutschlands gut informiert. Diesen hier kannte ich aber bislang weder aus meinen Büchern noch per Hörensagen.

Am Abend unserer Ankunft im Hotel, nahe Wustrow, machte ich mit meiner Freundin einen kleinen Spaziergang, obwohl es bereits dunkel war. Doch wir wollten uns schließlich einen ersten Eindruck von der Gegend machen, zudem waren es für uns nur ein paar Schritte zur Düne und zum Strand. Als wir auf der Düne entlang spazierten fiel uns ein immer wiederkehrender Lichtschein auf. Wir dachten beide gleich an ein Leuchtfeuer von einem Leuchtturm, doch der Leuchtturm Darßer Ort war etliche Kilometer entfernt.

So grübelten wir also darüber nach, ob man tatsächlich von hier aus noch das Leuchtfeuer sehen konnte oder was der Lichtschein sonst sein konnte. Zwischenzeitlich sahen wir das Leuchtfeuer auch nicht mehr so deutlich, weil wir die Düne verließen und am Strand entlang spazierten. Das war im Dunkeln schon ein wenig unheimlich. Umso erleichterter waren wir, als wir wieder den Lichtschein sahen. Und dann war für mich klar – das kann nur von einem Leuchtturm kommen und dieser kann auch nicht mehr weit weg sein. Und tatsächlich – dem war so.

Dem Ursprung des Leuchtfeuers folgend kamen wir schließlich an einem Gebäude an, das aussah wie eine Scheune. Und hier sahen wir einen kleinen Leuchtturm auf dem Gebäude. Mehr war im Dunkeln leider erstmal nicht zu erkennen. Dafür waren wir ganz nah an der Quelle des Leuchtfeuers, denn sehr hoch ist der Leuchtturm nicht gebaut.

Eine Bank in unmittelbarer Nähe lud zum Verweilen ein und so setzten wir uns und genossen den Schein des Leuchtfeuers, der die Nacht erhellte.

Bei dem Leuchtturm handelt es sich um den Leuchtturm Wustrow, gebaut auf einer ehemaligen Nebelsignalstation. Der zehn Meter hohe Leuchtturm ist 1933 erbaut worden und wird seit 1978 ferngesteuert.

Vor Ort fanden wir keine Informationen zu dem Leuchtturm Wustrow und auch im Internet finden sich nur wenige Informationen dazu. Die obigen Informationen entstammen der folgenden Website: http://www.leuchtturmpfad.de/wusthist.htm.

Natürlich besichtigten wir den kleinen Leuchtturm auch des Tages. Tagsüber konnten wir nun die Bauweise und die Details betrachten. Der Leuchtturm Wustrow ist ein viereckiger Turm aus roten Ziegeln. Aber seht euch die Details selbst auf den Bildern an. Das Mauerwerk sieht schon sehr abgenutzt aus. Am roten Dach blättert die Farbe ab und Rost ist an vielen Stellen des oberen Teiles erkennbar. Sehr gepflegt wirkt der Leuchtturm Wustrow leider nicht. Das ist schade. Mit seiner kleinen Größe fällt er natürlich gegenüber den großen Leuchttürmen an der Ostsee aus dem Rahmen. Doch gerade seine kleine Größe und die Tatsache, dass er auf einer ehemaligen Nebelstation gebaut wurde, um damit dann doch noch „Größe“ zeigen zu können, macht ihn aus. Für mich strahlt der Leuchtturm Wustrow etwas Besonderes aus.

Umso trauriger und entsetzt war ich, als ich bei meiner Recherche zum Leuchtturm Wustrow auf einen Artikel in der Ostsee-Zeitung gestoßen bin, der über den geplanten Abriss des Leuchtturmes berichtet. Das Gebäude und der Leuchtturm gefährden nach Ansicht von Experten den Hochwasserschutz. Und ausgerechnet zu seinem 100-jährigen Bestehen, am 26.02.2011, wurden Pläne zum Abriss gemacht sowie darüber abgestimmt. Einen Artikel, der über die Abstimmung und die Pläne berichtet, habe ich bislang nicht gefunden. Ich werde mich weiter informieren und hier zu gegebener Zeit darüber berichten.

Mein Herz schlägt auf jeden Fall für den Leuchtturm Wustrow und dessen Erhalt. Denn neben der Funktion, den Schiffen bei Nacht mit ihrem Leuchtfeuer vor Gefahren zu schützen, sind für mich Leuchttürme der alten Bauweise auch ein Wahrzeichen. Dem Artikel zufolge soll ein Mast mit moderner Verkehrstechnik den alten Leuchtturm ersetzen. Solch ein Mast mag dann wohl dem neuestem Stand der Technik entsprechen und „pflegeleicht“ sein, aber ein Wahrzeichen kann ein solcher Mast nicht sein.

Mit dem Verlust des maritimen Leuchtturmes verliert der Standort Wustrow meiner Meinung nach sein Wahrzeichen.

Leuchttürme an Deutschlands Küsten (Gebundene Ausgabe)
by Reinhard Scheiblich

Price: EUR 9,99
28 used & new available from EUR 3,56
4.8 von 5 Sternen (10 customer reviews)

Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste (Gebundene Ausgabe)
by Birgit Toussaint, Frank Toussaint

Price: EUR 19,90
3 used & new available from EUR 15,99
5.0 von 5 Sternen (1 customer reviews)