Aug 12 2010

Regen, Schlamm und Musik mit Lutz Krajenski Big Band feat. Juliano Rossi auf dem Fährmannsfest 2010

An den Sonntagen der vergangenen Jahre auf dem Fährmannsfest erlebten meine Freundin und ich neue Musikrichtungen, gute Stimmung und außergewöhnliche Entertainments. So wollten wir also auch dieses Jahr, wie immer, an dem Sonntag hin, an dem der Eintritt frei ist. Und dieses Jahr sollte alles bisherige Erlebte auf dem Fährmannsfest in den Schatten stellen.

Angekommen auf dem Fährmannsfest trafen wir zwei Freunde, denn schließlich lässt es sich zusammen auf dem Fährmannsfest besser feiern.

Die Band PHRASENMÄHER hatten wir leider verpasst, dafür bekamen wir noch ein wenig der Band CRISTAL PALACE mit. Auf CONVINCE THE BEAST TO ROCK, einer Band aus Hannover mit Indie Alternative Punk freute ich mich. Die Band war gut, aber noch nicht das, was mich an diesem Abend total begeisterte. Da überzeugte mich KADOSH schon mehr. Da wir beschlossen hatten nach der Band erstmal etwas zu essen, bekamen wir DAS PACK nicht vollständig mit. Außerdem muss ich gestehen, dass ich skeptisch gegenüber der Band war. Bei meiner Nachfrage welche Musik die Band spielte, war nämlich die Antwort: Pack Rock. So, so, darunter konnte ich mir erstmal wenig vorstellen, außer das Rock für mich immer gut klingt. Doch die Band machte richtig gut Stimmung auf der Bühne und die Musik mit den ungewöhnlichen Texten war einmal was anderes. Und solche Art von Bands passen wunderbar auf’s Fährmannsfest. Als letzte Musikgruppe waren Lutz Krajenski Big Band feat. Juliano Rossi angesagt worden und hierauf waren wir doch schon die ganze Zeit gespannt. Dabei kam mir vorher auch der Gedanke, ob die Band und der Stil hierher passt. Aber dann kam mir wieder in den Sinn, das die Abwechslung an Musikrichtungen das Fährmannsfest auch ausmacht!

Zur Einstimmung spielten erst LUTZ KRAJENSKI BIG BAND allein, bevor dann JULIANO ROSSI auf die Bühne kam und erneuten Jubel im Publikum auslöste. Juliano Rossi, eigentlich Oliver Perau, sprang im Anzug auf die Bühne. Der erste Song von Juliano Rossi begeisterte mich schon. Zwischen den Songs und auch schon mal mittendrin zeigte uns Juliano Rossi außerdem noch, dass er ein super Entertainer ist. Nicht nur, dass er mehrfach das Publikum dazu bewegte mitzusingen, sondern auch seine frechen und witzigen Sprüche gefielen. Gerne wollte Juliano Rossi auch das Publikum dazu bewegen, sich doch im Schlamm zu suhlen und in die Ihme zu springen. Den Wunsch bekam er zwar nicht erfüllt, aber der Schlamm spielte später doch noch eine Rolle. Nach einiger Zeit begann wieder Regen einzusetzen. Es wuden Regenjacken herausgeholt und Schirme aufgespannt. Es blieben aber viele Regenjacken und Schirme in den Taschen, wohl in der Annahme, dass der Regen von kurzer Dauer ist. Ich sah zu, wie die anderen Feiernden in die immer größer werdende Pfütze direkt vor mir ihre Füße setzen. Einen Fuß nach dem anderen und sie tanzten. Es sah nach einem heidenspaß aus. Als die Tanzenden begannen, sich gegenseitig mit dem schlammigen Pfützenwasser zu bespritzen, war mein erster Gedanke: Ich will nicht noch von unten dreckig und nass werden. Doch umso länger ich zusah, umso mehr weckte es in mir den Drang mitzumachen. Einmal noch versuchte ich die anderen dazu zu bewegen, sich ein bisschen weiter abseits hinzustellen. Nachdem sich aber niemand fortbewegte, musste ich eine Entscheidung treffen. Und ich hatte sie innerhalb weniger Sekunden getroffen: Schnell zog ich meine Schuhe und Strümpfe aus, krempelte meine Hose hoch, um auch meine Füße in die Pfütze zu setzen. Warm war das Wasser, angenehm der Schlamm. Eine Wohltat für meine Füße, sagten diese zu mir. Kaum, dass ich diesen Schritt gewagt hatte, folgte meine Freundin mir. Bei unseren zwei Freunden dauerte es noch einen Moment länger bis sie ihre Füße in die Pfütze setzten und nach dem Rhythmus der Musik tanzten. In dem Moment zählte nur der Augenblick. Mein Fazit: Die Musik war großartig, Juliano Rossi ein wunderbarer Entertainer. Die gute Stimmung hatte vor allem das Publikum direkt vor der Bühne ergriffen. Und uns vier insbesondere. Schlammiges Wasser von unten, Regen von oben, Musik von der Bühne, tanzendes Publikum um mich herum fühlte ich mich frei.

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